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KJG SOMMERLAGER 2016

Die Gruppe auf der Hinfahrt beim Zwischenstop am Kölner Dom.

Wenn ich jetzt an unser Sommerlager zurückdenke, kommt als erstes: Man, das war echt eine coole Woche! Es war entspannt, wir hatten bestes Wetter und insgesamt einfach super viel Spaß! Zugegebenermaßen trifft das auf die meisten Sommerlager zu, die ich bisher mitgemacht habe, aber dennoch war dieses Lager irgendwie anders. Wir hatten selten so viel Situationskomik: Kinder, die sich an den kleinsten Dingen erfreuen und genauso Momente, die uns nachdenklich gemacht haben. Was genau war denn anders als sonst und war es denn wirklich so anders?

Im Vorhinein haben wir uns viele Gedanken gemacht. Dieselben wie immer, aber eben doch anders: Verstehen die Kinder alle Spiele? Wie wollen wir die Zelte einteilen? Was können wir als Leitungsteam leisten? Was machen wir, wenn uns Kinder nicht verstehen? Was für ein Taschengeld legen wir fest? Und die entscheidende Frage, die alle anderen beeinflusste: Wie viel geflüchtete Kinder nehmen wir denn nun mit? Die Antwort auf diese Frage war die für uns entscheidende und wir haben sie im Endeffekt ganz einfach beantwortet: Egal, es sind schließlich nur Kinder. Wir nehmen alle mit, die wollen, bis unsere 25 Plätze belegt sind. Sieben sind es am Ende geworden, bei zwölf anderen Kindern und uns sechs Leitern. Funktioniert hat es wunderbar.

Schon auf der Hinfahrt waren alle Kinder damit beschäftigt, sich kennen zu lernen und stolz das eigene Proviant für die Fahrt zu präsentieren. Man saß „durchmischt“, was sich während der Woche auch nicht mehr ändern sollte. Bei den Malzeiten offenbarten sich schnell die ersten kulturellen Unterschiede, sodass wir teils amüsiert feststellten, dass es in Syrien scheinbar nicht dazugehört, sitzen zu bleiben bis alle fertig sind mit Essen, dass dafür aber im Libanon in jedem Fall alles aufgegessen wird, auch wenn beim besten Willen nichts mehr reinpasst. In Erinnerung ist mir aber auch ein anderer Moment geblieben: am zweiten Abend kam eine Teilnehmerin zu mir und ich quatschte ein bisschen mit ihr, wie es ihr denn bei uns gefalle und wie sie mit den anderen Kindern klarkomme: „Die Kinder sind echt alle super nett, aber ein paar sprechen echt nicht so gut Deutsch. Weißt du warum?“ Ich habe ihr gesagt, dass diese Kinder noch nicht so lange in Deutschland leben und deshalb noch nicht so gut Deutsch sprächen. „Das sind aber keine Flüchtlinge oder?! Die sind doch total nett!“ Auch heute weiß ich noch nicht abschließend, ob ich mich über ihr damaliges Bild von Geflüchteten ärgern soll, oder ob ich mich lieber daran erfreuen soll, dass sich ihr Bild geändert hat. Ich glaube ich entscheide mich lieber für letzteres, denn ich möchte dieses Lager vollends positiv in Erinnerung behalten und bin verdammt froh, dass wir im Vorhinein den Mut hatten uns entgegen aller Bedenken für unsere Kernmotivation zu entscheiden: Im Endeffekt sind alle Kinder nur Kinder und denen wollen wir einfach eine tolle Zeit bescheren, egal woher sie kommen, was sie mitbringen, welcher Religion sie angehören oder welche Sprache sie sprechen. Ich glaube behaupten zu können, dass wir genau das geschafft haben. Vielleicht können wir mit unserem Lager Vorbild für andere sein. Dann hätten wir in jedem Fall noch viel, viel mehr geschafft…

HERAUSGEGEBEN VON

Autor/in:
Simon Hinz
Projektgruppe:
KjG St. Helena Rheindahlen
Verband/Institution:
KjG St. Helena Rheindahlen
E-Mailadresse:
simon.hinz@kjg-aachen.de
Homepage:
http://www.kjg-rheindahlen.de
Datum/Zeitraum:
15.08.2016 - 22.08.2016

IMPRESSIONEN

Die Gruppe auf der Hinfahrt beim Zwischenstop am Kölner Dom.