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SEGELN UND BESINNEN: „FREMD IN DER HEIMAT - ZU HAUSE IN DER FREMDE“

Segeln und Besinnen, CAJ

Am Sonntag, den 29. März 2015 ging unsere Fahrt von Aachen nach Harlingen los, wobei das Wetter mit viel Regen, Hagel und starkem Wind nicht unbedingt seine beste Seite zeigte. Unsere Segler-Gruppe war in diesem Jahr ziemlich gemischt – von den langjährigen Segeln-Begeisterten über neue Gesichter bei der CAJ bis zu zwei jungen Erwachsenen, die erst vor kurzer Zeit aus Syrien nach Deutschland gekommen sind. Neben gemeinsamen Diensten beim Segeln, Kochen und gemeinsamen Mahlzeiten wurde kreativ zu folgenden Inhalten gearbeitet.

Bildergalerie

FREMD UND BEHEIMATET

Für das Vorbereitungsteam hatte es die höchste Priorität, das Fremdheitsgefühl in der Gruppe zu überwinden und eine vertraute Atmosphäre zu schaffen. Durch einige Kennenlernspiele und die Reflexion über eigene Erfahrung mit Fremdsein konnte das ganz gut gelingen. Gerade die aus Syrien stammenden Teilnehmer erzählten sehr lebendig und humorvoll, wie sich das Fremdsein in einem anderen Land für sie anfühlt. Aber auch das Thema „Heimat“ nahm sehr viel Raum im Austausch und kreativem Tun ein – ob durch bildende Kunst oder die Fotos von Menschen und Gegenständen, die die Teilnehmer mit „Heimat“ verbinden. Beeindruckend für alle waren Bilder der jungen syrischen Künstlerin Layali Alawad, die durch die Darstellung von zahlreichen Frauengesichtern ihr eigenes Heimatgefühl ausdrückt. In der Diskussion zeigte sich auch die Spannung zwischen verschiedenen Erfahrungen mit Heimat, nämlich als etwas Vertrautes einerseits, aber auch der Heimat, die einem fremd geworden ist.

„MENSCH, DU HAST RECHT!“

Ein weiteres Thema in dieser Woche war das Verständnis von Push-Pull-Faktoren der Flucht. In der Diskussion über Menschenrechte wurde deutlich, dass wir den Schutz der Menschenrechte in Deutschland als grundsätzlich und selbstverständlich empfinden. Im Gegensatz dazu sind die Menschen zahlreichen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt und fühlen sich zur Flucht als letztem Ausweg gezwungen. Am Beispiel des Salafismus wurde deutlich, dass auch religiöse Ideologien für viele Menschen eine Art Beheimatung bieten und gleichzeitig eine sehr hohe Gefahr für die Menschen anderer Überzeugung bedeuten. Die inhaltliche Ausgestaltung, methodische Vielfalt sowie kreative Angebote (Malen und Kerzenbasteln) stießen bei den Teilnehmern auf guten Zuspruch. Insgesamt hat die Segelwoche allen Teilnehmern gutgetan und auch viel Neugier auf Neues zum Thema „Heimat und Fremde“ geweckt.

HERAUSGEGEBEN VON

Autor/in:
Tetyana Lutsyk
Verband/Institution:
CAJ Aachen
Datum/Zeitraum:
29.03.2015 - 05.04.2015

IMPRESSIONEN

Segeln und Besinnen, CAJ